ASYL - Chancen und Ängste

Die Wirtsstube war randvoll, als unser Ortsvorsitzender Clemens von Trebra-Lindenau die anwesenden Gäste und Bürger heute im Sportheim Ampermoching begrüßte. Daran lässt sich, sehen, wie dieses Thema alle Schichten der Gesellschaft aktuell beschäftigt.

Martin Neumeyer, MdL, führte kompetent in das Thema ein, indem er von seinen Besuchen in den großen Flüchtlingslagern, den Hintergründen und Flüchtlingsrouten berichtete. Man merkt ihm an, dass er das Amt des Integrationsbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung mit Leib und Seele sowie Herz und Verstand ausübt.

Es ist für ihn ein Unterschied, ob man am Schreibtisch über das Schicksal von Tausenden von Menschen entscheidet oder Empathie empfindet, wenn man den Betroffenen direkt gegenübersteht. Als er von den skrupellosen Machenschaften der Schleuser und dem dahinterstehendem Millionengeschäft berichtete, merkte jeder im Saal, dass seine emotionale Erregung hierbei nicht gespielt war.

Am Diskussionsstammtisch war man sich schnell einig, dass Integration nur geling kann, wenn sich die Breite der Gesellschaft hierbei einbringt und diesem Thema offen gegenübersteht. Marcus H. Rosenmüller berichtete von seinen Erfahrungen als Jugendlicher, wo es für ihn ganz selbstverständlich war, dass er mit den Kindern der Gastarbeiter in Hausham gemeinsam im örtlichen Fußballverein spielte. Unsere Vereine sind eine große Change und spielen eine wichtige Rolle, um Gemeinschaft erleben zu können und Begegnung zu ermöglichen.

Umso unpersönlicher und anonymer die Gesellschaft vor Ort ist, umso schwieriger wird es, dass Integration im Alltag gut gelingt. Die Ängste, dass Parallelgesellschaften entstehen könnten und dass man sich in bestimmten Gegenden irgendwann fremd im eigenen Land fühlen könnte, dürfen aber auch nicht ausgeblendet werden.

Auch wenn es statistisch erwiesen ist, dass die Gefahr Opfer einer Gewalttat zu werden durch den Zustrom von Flüchtlingen nicht größer geworden ist, so ist es für Landrat Stefan Löwl auch klar, dass man mit Statistik allein Ängste nicht abbauen kann. Vorfälle, wie sie in Köln stattgefunden haben, tragen dazu bei, dass Ängste befördert werden.

Die große Herausforderung, vor welcher wir stehen, ist, dass das Recht auf Asyl aus gutem Grund keine Obergrenze kennt, Integration, wenn sie gut gelingen soll in der Praxis mit der Zahl der Flüchtlinge aber schwieriger wird. Dass Hebertshausen in Sachen Integration ein Vorzeigeort ist, liegt nicht nur daran, dass sich Bgm. Richard Reischl mit persönlichem Einsatz bei diesem Thema engagiert, sondern auch an den guten Rahmenbedingungen. Statt einer Traglufthalle haben wir in Deutenhofen ein Gebäude, welches als Asylbewerberheim optimal geeignet ist. Auch ist bei ca. 70 Bewohnern eine persönliche Betreuung durch Mitglieder des örtlichen Helferkreises noch möglich.

Dass Integration gelingt, sieht man am Beispiel von Josef Sonko, einem Asylbewerber aus Afrika. Er berichtete von der großen Unterstützung durch den Helferkreis, die deutsche Sprache zu lernen und bei weiteren Dingen, um sich in diesem Land zurechtzufinden. Er ist froh und dankbar, dass er eine Ausbildung zum Konditor bei der Konditorei Weißenbeck in Dachau absolvieren darf. Zwischenzeitlich ist er im zweiten Lehrjahr und hat vor kurzem die Zwischenprüfung abgeschlossen.

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