Beim heutigen CSU Sonntagsstammtisch "Ehrenamt - Zuknuft ???" fand ein breiter Dialog zu diesem Thema im Sportheim Hebertshausen statt. Am Stammtisch saßen Landrat Stefan Löwl, Bürgermeister Richard Reischl, Leonhard Liegsalz (SKC Waldfrieden), Thomas Riedel (Spvgg Hebertshausen), Josef Höhenleiter (FF Unterweilbach), Mario König (Burschen Prittlbach), Rechtsanwalt Dr. Tobias Platzen und Clemens von Treba-Lindenau, welcher die Veranstaltung moderierte.

Im Publikum waren viele Vorstände und Funktionäre von örtlichen Vereinen vertreten, welche durch Wortbeiträge und Fragen zu einer gelungenen breiten Meinungsbildung beitrugen. Ein Thema, welches immer wieder Fragen und Unsicherheiten bei ehrenamtlich engagierten Personen aufwirft, ist das Thema der persönlichen Haftung im Schadensfalle.

Hierzu riet Dr. Tobias Platzen allen Vorständen, sich über den Versicherungsschutz im Verein, als auch bei der persönlichen Haftpflichtversicherung im Vorfeld zu informieren. In der Regel ist es so, dass ehrenamtliche Tätigkeiten im Rahmen einer Privathaftlichtversicherung nicht abgedeckt sind, diese aber zum Teil in Form eines erweiterten Versicherungsschutzes berücksichtigt werden können.

Bernhard Seidenath (MdL) wies in diesem Zusammenhang auf die bayerische Ehrenamtsversicherung hin, welche ehrenamtliches Engagement außerhalb von Vereinen und Verbänden absichert. Landrat Stefan Löwl ergänzte hierzu, dass es vorbehaltlich der Zustimmung des Kreistages im Landratsamt künftig eine Stelle geben soll, wo sich Ehrenamtliche unter anderem auch zu diesem Thema beraten lassen können.

Ein weiterer Punkt, der vielen Vorständen zusätzliche Arbeit und Mühen bereitet ist die scheinbar immer größer werdene Auseinandersetzung mit Rechtsfragen und bürokratischen Vorgaben jeglicher Art. Auch wenn die lokale Politik hierzu keine Patentlösungen anbieten kann, so war man sich übergreifend bewusst, dass man vom Ehrenamt nicht immer die gleiche Professionalität wie von gewerblich Tätigen erwarten kann. "Dort wo es gesetzliche Spielräume und Auslegungsfreiheit gibt, werde man diese wohlwollend im Sinne des Ehrenamtes nutzen", so Landrat Löwl.

Bürgermeister Richard Reischl plädierte dafür, dass man sich als politischer Verantwortungsträger immer wieder dafür einsetzen muss, dass der "gesunde Menschenverstand" erhalten bleibt und nicht zu Gunsten von Bürokratie und überhöhtem Sicherheitsbewusstsein verloren geht.

Auch das Anspruchsdenken gegenüber den Vereinen hat zugenommen, so Angelika Zink (Spvgg Hebertshausen). Es ist immer wieder festzustellen, dass man mit dem Mitgliedsbeitrag alle Verpflichtungen gegenüber dem Verein als abgegolten betrachtet und dass ein sehr hohes Anspruchsdenken gegenüber den "Dienstleistungen" des Vereins vorhanden ist.

Leonhard Liegsalz merkte an, dass es wichtig ist, dass die Ehrenamtlichen das Gefühl haben, dass ihre Arbeit wertgeschätzt wird. Hierbei sieht er die Gemeinde Hebertshausen auf einem sehr guten Weg. Ferner fügte er an, dass er im Rückblick auf seine langjährige Vorstandstätigkeit trotz aller Mühen und Ärgernisse sagen kann, dass ehrenamtliches Engagement eine Bereicherung in seinem Leben ist.